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100. Medizinischer Sonntag: Narbenbruch – wie viel Operation muss wirklich sein?

Narbenbrüche sind Schwachstellen des Bauches und sie sind häufige Folgen von Operationen im Bauchraum. Dr. Uwe Grahmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Harzklinikum in Wernigerode, hat dieses Thema für den Medizinischen Sonntag gewählt.

Wernigerode. Narbenbrüche sind Schwachstellen des Bauches und sie sind häufige Folgen von Operationen im Bauchraum. Dr. Uwe Grahmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Harzklinikum in Wernigerode, hat dieses Thema für den kommenden Medizinischen Sonntag gewählt. Am 4. September wird der erfahrene Wernigeröder Chirurg über die vielfältigen Ursachen und ebenso über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Behandlung eines Narbenbruches sprechen. Werden Patienten an Leber, Magen oder Niere operiert, erinnert eine Narbe an diesen medizinischen Eingriff. Allerdings: Nach Einschätzung der Charité bilden sich bei rund 20 Prozent der Operierten drei Jahre oder noch später Löcher entlang der Narbe. Als Narbenbruch oder auch Narbenhernie bezeichnen das die Mediziner. Und diese sind beileibe keine Seltenheit: Jährlich gibt es in Deutschland cirka 700 000 Operationen mit einem Eingriff an der Bauchhöhle. Laut Charité ist dabei in etwa 100 000 Fällen mit einem Narbenbruch zu rechnen, von denen rund die Hälfte operiert werden müssen. Nicht nur Chefarzt Dr. Uwe Grahmann stellt sich die Frage: Wie viel Operation muss bei einem Narbenbruch wirklich sein? Neben den rein medizinischen Aspekten wird der auf Operationen im Bauchraum spezialisierte Referent am Beispiel von Narbenbrüchen aufzeigen, wie kompliziert und komplex die Entscheidung für und gegen eine Operation sein kann. In seinem Vortrag stellt er Wege vor, wie in Deutschland versucht wird – aus medizinischen, ethischen und wirtschaftlichen Gründen einerseits unnötige OPs zu vermeiden und andererseits bei jedem Patienten das bestmögliche individuelle Therapieverfahren anwenden zu können. Seit 2011 läuft eine Studie an 36 deutschen Kliniken, die Antwort auf die Frage geben soll, ob OPs auch bei Patienten sinnvoll sind, die mit einem Narbenbruch nur wenige Beschwerden haben; in zwei Jahren sollen die Ergebnisse vorliegen. In seinem Vortrag zum Medizinischen Sonntag wird der Chefarzt auch über Risikofaktoren informieren – beispielsweise sind Raucher, Übergewichtige, Diabetiker häufiger vom Narbenbruch betroffen – und über die gängigen OP-Methoden beim Einsetzen von speziell beschichteten Netzen. Wie üblich steht der Referent für allgemeinde Fragen der Besucher gern zur Verfügung. Der Medizinische Sonntag am 4. September beginnt wie üblich um 10 Uhr im Konferenzraum des Harzklinikums Dorothea Christiane Erxleben an der Ilsenburger Straße 16 in Wernigerode. Und diese Veranstaltung ist eine ganz besondere! Es ist der 100. Medizinische Sonntag, den das kommunale Harzklinikum veranstaltet. Begonnen hat diese erfolgreiche populär-wissenschaftliche Informationsreihe 1999 mit einem Vortrag des damaligen Chefarztes der Wernigeröder Frauenklinik, Dr. Rüdiger Kleinschmidt. Inzwischen finden in jedem Jahr zehn dieser Medizinische Sonntage statt, jeweils fünf an den Klinikstandorten in Quedlinburg und Wernigerode.